Wie BVR und Verbände ihre Interessen durchsetzen

Die kreditgenossenschaftlichen Verbände, die durch das ihnen von Adolf Hitler im Jahr 1934 verliehene Prüfungsmonopol nebst Pflichtmitgliedschaft noch immer dem Führungsanspruch der Nazizeit verhaftet sind, haben vergessen was in einer Genossenschaft zählt. Sie haben unter Ausnutzung ihrer Monopolstellung, den genossenschaftlichen Grundsatz der Solidargemeinschaft aufgelöst und ins Gegenteil verkehrt. Durch deren Streben und Gier nach Einfluss und politischer Geltung, mussten die Volks- und Raiffeisenbanken die genossenschaftliche Zielsetzung -. die eigenen Mitglieder maximal zu fördern – aufgeben.
Im Jahr 2001 hatte der maßgeblich daran beteiligte Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) im Strategiepapier „Bündelung der Kräfte“ mit der Devise „Ein Markt - eine Bank“ jene Richtung vorgegeben, die für die Zukunft nur große milliardenschwere Genossenschaftsbanken vorsieht. Die Umsetzung dieser Strategie obliegt den vier noch bestehenden kreditgenossenschaftlichen Verbänden. Welcher Zukunft dabei jede der dem jeweiligen Verband angeschlossene Volks oder Raiffeisenbank entgegensah, wurde auf dem Reißbrett entworfen. Von Ende 2000 - 2020 verloren 990 Volks- und Raiffeisenbanken durch solche Fusionen ihre Existenz und Vermögen. Im Jahr 2021 werden ca. 35 - 40 weitere durch Fusion aufgelöste Volks und Raiffeisenbanken hinzukommen, wobei die Zahl der noch verbliebenen Institute auf unter 800 fallen wird.
Die Gier nach immer mehr bestimmt das Handeln der Funktionäre in den obersten Etagen. BVR und Verbände werden seit Jahrzehnten von Funktionären dominiert, die genossenschaftliche Grundsätze nicht mehr kennen wollen, sondern Eigeninteressen verfolgen. Sie bestimmten, dass Volks-und Raiffeisenbanken Gewinnmaximierung und Rücklagenanhäufung wie Kapitalgesellschaften betreiben und profitieren dabei von den Vorzügen der Rechtsform Genossenschaft.
Dabei machen sie sich die Besonderheit von Genossenschaften zunutze. Denn die Aufgabe einer Genossenschaft ist der Aufgabe anderer Rechtsformen wie z. B. AG oder GmbH eigentlich genau entgegengesetzt.
Während bei AG oder GmbH Gewinnmaximierung zugunsten der gezeichneten Anteile der Aktionäre oder GmbH-Gesellschaft betrieben werden muss, ist es bei der Rechtsform Genossenschaft genau umgekehrt. Dort verbietet sich Gewinnmaximierung weil der einzige Zweck der Genossenschaft die Förderung der eigenen Mitglieder ist. Diese sollen nicht über ihre gezeichneten Anteile gefördert werden, sondern direkt bei ihren Geschäften mit ihrer Genossenschaft (hier ausführlicher).
Da durch die Förderung der Mitglieder in Genossenschaften eigentlich keine hohen Rücklagen gebildet werden können, hat der Gesetzgeber bewusst eine Beteiligung am Vermögen der Genossenschaft für ausscheidende Mitglieder ausgeschlossen.
Diese Nichtbeteiligung ausscheidender Mitglieder am Vermögen der Genossenschaft machten sich die Verantwortlichen in der Genossenschaftsorganisation zu Nutze. Nach dem Motto "Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter" wurden die Vorstände der Volks- und Raiffeisenbanken angewiesen, Gewinnmaximierung zu betreiben, mit der Begründung, die Ausweitung des Bankgeschäfts würde dies nötig machen. Die Mitglieder wurden bewusst nicht mehr gefördert. Die laut Ansicht des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz der Genossenschaftsmitglieder vorhandenen Genossenschaftsverbände wandelten sich zu reinen Bankenverbänden.
Mit dem Verzicht auf Mitgliederförderung konnte sich das in den Rücklagen steckende Vermögen der Genossenschaftsbanken massiv erhöhen. Mehr als 100 Milliarden Euro quasi "herrenloses" Genossenschaftsvermögen sorgen zwischenzeitlich dafür, dass diese Organisation sich selbst finanzieren und damit auch erheblich Einfluss auf finanz- und wirtschaftspolitische Entscheidungen nehmen kann.
Eine Fusionsvorgabe oder Weisung des jeweiligen Genossenschaftsverbands wurde (und wird auch heute noch) von dessen Prüfern bei den Banken vor Ort umgesetzt. Vorstände die sich dem Willen des Verbandes nicht beugen, werden mit Hilfe der Bankenaufsicht BAFIN entsorgt. Diese hatte sich bei einem Treffen mit BVR und Verbänden im Jahr 1999 bereit erklärt, bei der Eliminierung unfähiger Geschäftsleiter zu helfen. Eine angebliche Unfähigkeit von Geschäftsleitern wurde dabei vom jeweiligen Verband (der vorher seine Prüfer entsprechend instruierte) der BAFIN angezeigt. Diese übernahm ungeprüft dessen Anschuldigungen und sorgte dafür, dass der betreffende Vorstand entsorgt wurde. Der Weg für die Fusion war frei.
Auch heute ist es noch nicht wesentlich anders. Im Gegensatz zu früher werden die Vorstände allerdings nicht mehr gleich entsorgt, sondern mit höherem Gehalt und Pensionsansprüchen gelockt und geködert. Gleichgeblieben ist jedoch, dass durch das Prüfungsmonopol der Genossenschaftsverbände, die Vorstände der Volks- und Raiffeisenbanken dem jeweiligen Genossenschaftsverband und dessen Prüfern weiterhin auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. So muss bei vorgesehenen Verschmelzungen vom zuständigen Verband gegenüber der BAFIN eine Bewertung zur Person des Vorstands darüber abgegeben werden, ob dieser geeignet ist, in der aufnehmenden Bank als weiteres Vorstandsmitglied übernommen zu werden. Die BAFIN wiederum übernimmt ungeprüft die Ausführungen des Verbandes und macht sich diese zu eigen. Jeder einzelne Vorstand einer Volks- oder Raiffeisenbank ist deshalb vom Wohlwollen des Verbands abhängig, was ebenfalls dafür spricht, dass der Vorstand eigenes Interesse über das Wohl seiner Genossenschaft und deren Mitglieder stellt. Oft nur gezwungenermaßen. Doch damit wurde von den Verbänden auch sichergestellt, dass der fusionswillige Vorstand die Vorgaben des vom Verband zur Verfügung gestellten Verschmelzungsvertrags nebst -berichts korrekt übernimmt und darauf achtet, dass bei einer Fusion die Mitglieder keine Informationen über Umstände erhalten, die ihre mitgliedschaftlichen Vermögensinteressen bei einer Fusion berühren. Und dass mitgliederfreundlichere Alternativen statt Fusion den Mitgliedern und Vertretern verheimlicht werden.

Das den Genossenschaftsverbänden von den Nationalsozialisten im Jahr 1934 durch Adolf Hitler verliehene Prüfungsmonopol nebst Pflichtmitgliedschaft, das bis heute nicht zurückgenommen wurde, sorgt bei den etablierten, dem BVR angeschlossenen Verbänden dafür, dass ihnen vor allem die Vorstände der kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und von ihnen abhängig sind.
Um diese Abhängigkeit der Verwaltungsorgane der Genossenschaft vom Prüfungsverband zu beenden gibt es zwei Möglichkeiten.
Möglichkeit 1 ist der Wechsel zu einem freien, nicht dem BVR angeschlossenen Genossenschaftsverband, der auch die folgende Möglichkeit 2 nicht grundsätzlich ablehnt
Möglichkeit 2 ist die Umwandlung der Genossenschaft in eine genossenschaftliche Aktiengesellschaft.

igenos e.V. empfiehlt den Mitgliedern und Vertretern der VR meine Bank eG die zweite Möglichkeit näher ins Auge zu fassen, da damit nicht nur die monopolistische Machtstellung des Genossenschaftsverband Bayern ausgeschaltet wird, sondern gleichzeitig die Mitglieder der Genossenschaft uneingeschränkt am Vermögen ihrer eigenen Bank beteiligt werden. Ferner kommt damit die Verschmelzung nicht zustande und die genossenschaftliche Bank vor Ort in der Region Uffenheim-Neustadt bleibt auf Dauer als eigenständige Bank und nicht als unselbständige Zweigniederlassung der VR-Bank Metropolregion Nürnberg eG erhalten. 

Vor allem kann jederzeit eine Rückumwandlung in eine Genossenschaft  erfolgen. Bei einer Fusion erlischt dagegen die Genossenschaft , die einmal als Raiffeisenbank Neustadt an der Aisch gegründet wurde. Unwiderruflich. So als hätte es sie nie gegeben. 

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