Die bessere Art von Genossenschaftsbank

Für eine zur Universalbank gewordene und auch so auftretende VR meine Bank eG, ist die Rechtsform eG eigentlich die unpassendste Rechtsform. Der Zweck der VR meine Bank ist auf Gewinnmaximierung und Rücklagenansammlung gerichtet und nicht auf den ureigensten Zweck einer Genossenschaft. Eine unmittelbare Förderung der Mitglieder bei ihren Geschäften mit der Bank erfolgt seit Jahrzehnten ebenso wenig wie die Ausschüttung einer genossenschaftlichen Rückvergütung. Dadurch sammelt sich erhebliches Vermögen an, an dem ausscheidende Mitglieder per Gesetz und Satzung nicht beteiligt werden. 
Macht die VR meine Bank eG jedoch größere Verluste, werden die Mitglieder daran beteiligt. Reicht dazu das vorhandene Geschäftsguthaben der Mitglieder nicht aus, haften sie mit einer zusätzlichen Nachschusspflicht von 200,00 € für jeden einzelnen Geschäftsanteil.
Es wäre schon seit Jahren die Aufgabe des Aufsichtsrates gewesen, die Einhaltung der genossenschaftlichen Grundsätze zu überwachen. Stattdessen wurde die Wandlung von der verpflichtenden Mitgliederförderung der Rechtsform Genossenschaft zu einer nur auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Universalbank nach dem Muster der Banken anderer Rechtsformen und offenbar nach dem Motto "Wo kein Kläger, da kein Richter" klaglos geduldet. 
Dies kommt bereits weit in die Nähe von § 81 GenG der aussagt, dass eine Genossenschaft aufzulösen ist, wenn ihr Zweck nicht mehr auf die Förderung der Mitglieder gerichtet ist.

Diesen Konflikt löst ein Rechtsformwechsel in die genossenschaftliche Aktiengesellschaft. Denn dort werden die Mitglieder durch Beteiligung am Vermögenswert maximal gefördert und der Vorstand kann gleichzeitig ohne jeglichen Zwiespalt Gewinn- und Rücklagenmaximierung betreiben. Selbst zusätzliches Eigenkapital kann – wenn nötig - in der genossenschaftlichen AG erheblich mehr generiert werden, als dies in der Rechtsform eG möglich ist.
Wie hier bereits mehrfach erwähnt besitzt zum 31.12.2020 ein einzelner Geschäftsanteil von 125,00 € einen inneren Vermögenswert von 1.331,51 €. Das ist das 10,67-fache des Geschäftsanteils. 
Grob erklärt wird bei Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit genossenschaftlicher Zielsetzung ein einzelner Geschäftsanteil von 125,00 € umgewandelt in 125 nennwertlose Stückaktien mit z.B. einem Anfangskurs von 10,67 € pro Stückaktie.  Wie er sich weiter entwickelt, hängt davon ab, wie der Vorstand die Geschäfte führt.  Wie sich der Aktienkurs bei einer Raiffeisenbank  seit Umwandlung in eine genossenschaftliche Aktiengesellschaft entwickelt hat, lesen Sie hier.

Selbst das dazu immer wieder vorgebrachte Argument, dass in der Rechtsform AG eine Übernahme der Bank durch fremde Investoren drohen würde, zieht nicht. Denn durch eine Satzungsbestimmung wonach jeder Aktionär, wie in der Genossenschaft, nur eine einzige Stimme hat, unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Aktien, kann dies absolut ausgeschlossen werden. Ebenso wie ein Börsengang. Es wäre ganz einfach eine Gesellschaft, an der die Mitglieder als Anteilsinhaber wieder gefördert werden. Diesmal durch die Beteiligung am Unternehmenswert.
Auch die Aussage, dass Genossenschaftsanteile im Gegensatz zu Aktien keinerlei Kursschwankungen unterliegen würden, soll nur vom Wesentlichen ablenken und die Mitglieder verunsichern. (hier mehr dazu)

Es wäre schon lange Aufgabe des Genossenschaftsverbands Bayern gewesen, diesen bestehenden Zwiespalt zwischen Mitgliederförderung und von BAFIN und Verband geforderter Gewinnmaximierung  durch eine Empfehlung zum Wechsel der Rechtsform zu lösen. Der Grund, warum dies nicht geschah, liegt darin, dass mit einem Rechtsformwechsel der Genossenschaftsverband  eine jährlich wiederkehrende, sichere, absolut lukrative Einnahmequelle verliert und sich zusätzlich dem freien Wettbewerb stellen müsste.

Nachteile einer Umwandlung: keine.
Die Bank ist immer noch die gleiche, ebenso die Bankgebäude und die Angestellten, daran ändert sich überhaupt nichts. Die Mitgliedschaft beim Genossenschaftsverband entfällt als Pflicht, könnte aber freiwillig aufrechterhalten werden.
Fusion bei einer AG: kein Problem. Wie bei der hier beschriebenen Fusion der Heinsberger Volksbank AG mit der Raiffeisenbank Heinsberg eG, erhalten die Eigentümer bei einer Fusion immer den vollen Unternehmenswert auf ihre Anteile angerechnet. Egal ob mit einer anderen genossenschaftlichen Aktiengesellschaft oder einer Genossenschaft fusioniert wird.

Zusätzliche Informationen zur genossenschaftlichen AG lesen Sie hier

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