Der vorstehende Text wird so oder in ähnlicher Form von allen Genossenschaftsbanken verwendet und soll suggerieren, wie sicher doch der Wert des gezeichneten und vom Mitglied eingezahlten Geschäftsanteil ist, weil er (angeblich) keinen Schwankungen unterliegt.

Auch dabei, handelt es sich wie fast immer, nur um die halbe Wahrheit.  Hier ein Beispiel von 2 Banken, bei denen die eine als Genossenschaft firmiert und die andere als genossenschaftliche Aktiengesellschaft. Beide Banken fangen mit 100 € als Einzahlungsbetrag des einzelnen Anteils an. Beide erzielen die gleichen Jahresergebnisse. In den ersten 10 Jahren machen beide Banken beste  Gewinne, Nach einem Jahr beträgt der Wert der Aktie 105,00 €, nach 5 Jahren 200,00 € und im 10. Jahr 400,00 €.  Der Geschäftsanteil bei der Genossenschaftsbank steht unverändert bei 100,00 € obwohl der Wert nach einem Jahr ebenfalls 105,00 €, nach 5 Jahren 200,00 € und im 10. Jahr 400,00 € beträgt.
Würden das Genossenschaftsmitglied und der Aktionär im 10. Jahr ihre Beteiligung am Unternehmen aufgeben, würde der Aktionär 400,00 € erhalten, das Genossenschaftsmitglied jedoch lediglich 100,00 €.

Vom Jahr 11 - 20 machen beide Banken nur Verluste bis hin zum Konkurs im 21. Jahr.

Der Kurs der Aktie fällt von 400,00 € bis Jahr 15 auf 200,00 €  zurück,  der Genossenschaftsanteil steht unverändert bei 100,00 €. Bei Kündigung der Mitgliedschaft bzw. Verkauf der Aktie erhält das Genossenschaftsmitglied 100,00 €, der Aktionär 200,00 €.
Im 17. Jahr sind die in den ersten 10 Jahren erzielten Gewinne vollständig aufgebraucht, es sind nur noch die gezeichneten Geschäftsguthaben bzw. das Aktienkapital vorhanden. Beide Anteile sind wieder jeweils 100,00 € wert.

Im 19. Jahr erfolgen weitere Verluste von 50% des gezeichneten Kapitals der Anteilsinhaber.  Der Kurs der Aktie fällt auf 50,00 €, der Geschäftsanteil ist immer noch 100,00 € wert, allerdings weist der Genossenschaftsvorstand in der Bankbilanz einen Verlustvortrag in Höhe von 50% des gezeichneten Kapitals (Geschäftsguthaben) aus. Verkauft der Aktionär seine Aktie erhält er 50,00 €, kündigt das Genossenschaftsmitglied seinen Geschäftsanteil wird es am Verlust beteiligt und erhält ebenfalls nur noch 50,00 € ausbezahlt. 

Im 20. Jahr beträgt der angesammelte Verlust insgesamt 100% des jeweils gezeichneten Kapitals. Weder der Geschäftsanteil noch die Aktie hat nun noch irgendeinen Wert.  Ende des 20. Jahres melden die Vorstände der beiden Banken Konkurs an. Es wird ein Konkursverwalter eingesetzt.  
Der Aktionär hat ebenso wie das Mitglied der Genossenschaft seinen eingezahlten Betrag von 100,00 € verloren.  Für den Aktionär ist die Angelegenheit damit zu Ende.  Für das Mitglied der Genossenschaft beginnt nun der Leidensweg.
Nachdem der Konkursverwalter feststellt, dass beide Banken noch erheblich mehr Verlust gemacht haben und die Sparer der beiden Banken auch noch Geld wollen, verlangt er von den Mitgliedern der Genossenschaftsbank die Haftsumme. Diese steht in der Satzung, beträgt z. B. bei der VR meine Bank eG 200,00 € für jeden Geschäftsanteil und ist allen Mitgliedern der Genossenschaft bekannt. Denn jedes Mitglied hat unterschrieben, dass es die Satzung erhalten hat. 
Das Mitglied der Genossenschaftsbank verliert nicht nur seinen gezeichneten Geschäftsanteil sondern muss zusätzlich auch noch für jeden einzelnen gezeichneten Geschäftsanteil weitere 200,00 € an den Konkursverwalter bezahlen. Für die Zahlung dieser Haftsumme haftet jedes Mitglied persönlich mit seinem ganzen Vermögen.

Über uns

igenos e.V.
Kirchstr. 26
56859 Bullay
Tel.: 06542 9693840
AG Koblenz VR 21586
E-mail post(ätt)igenos.de

Vorstand
  • Gerald Wiegner
    Diplom Volkswirt
    56859 Bullay
    Georg Scheumann
  • genossenschaftl. Bankbetriebswirt
    90613 Großhabersdorf
    Tel: 09105 1319
  • Email: post@igenos-sued.de