Verkauf des Bankgeschäfts und Erhalt der Genossenschaft vor Ort

Wie allen bisherigen Verlautbarungen zu den Fusionsplänen zu entnehmen ist, betrifft der Grund für die Fusion allein das Bankgeschäft. Durch die Zusammenlegung der drei Genossenschaftsbanken und vor allem deren Eigenkapitalbestandteile, versprechen sich die Vorstände durch die Möglichkeit erheblich höherer Kreditausreichungen eine starke Ausweitung des Bankgeschäfts mit erheblich höheren Gewinnen und folglich höheren Tantiemen für sich selbst.  Die Besonderheiten der Rechtsform Genossenschaften und deren Mitglieder spielen bei den Plänen der Vorstände keine Rolle.

Die VR meine Bank eG  verdiente im Durchschnitt der letzten drei Jahre pro Jahr ca. 11 Millionen € brutto, d.h. vor Steuern.
Im normalen Geschäftsleben, bei denen die Geschäftsleitung und/oder die Gesellschafter aus welchen Gründen auch immer nicht mehr weitermachen wollen oder können, erfolgt ein Unternehmensverkauf. Es wird kaum einen Unternehmer geben, der z.B. seine eigene GmbH mit einem Vermögen von mehreren Millionen € einfach so verschenkt und selbst auf die Früchte seiner Unternehmereigenschaft verzichtet. Warum sollte es bei den Mitgliedern der VR meine Bank eG anders sein?
Die VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG hätte genügend finanzielle Mittel, um der VR meine Bank eG das Bankgeschäft abzukaufen.  
Bei einem durchschnittlichen Ertragswert von 11 Millionen € pro Jahr ist z. B. ein Kaufpreis des 14 – 17-fachen oder höher durchaus realistisch.
Das Bankgeschäft wird anschließend ebenso weitergeführt wie bei einer Fusion, die jährlichen 11 Millionen Eur verdient dann eben die VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG oder nach der Fusion mit Nürnberg die VR-Bank Metropolregion Nürnberg.

Der Vorteil: Bei einem Verkauf des Bankgeschäfts bleibt die Genossenschaft „VR meine Bank eG “ weiterhin bestehen, lediglich der Name muss geändert werden. Der erzielte  Kaufpreis kann  dazu benutzt werden, am eigenen Ort als Bürgergenossenschaft mit einem neuen Geschäftsmodell viel Gutes für die Mitglieder und die Region zu tun. Er kann aber auch dazu benutzt werden, den daraus erzielten Gewinn an die Mitglieder ganz oder teilweise zu verteilen.
Nachteil dabei: Die Vorstände der VR meine Bank eG werden wahrscheinlich nicht in den Vorstand der VR-Bank Metropolregion Nürnberg eG aufgenommen.

Das Bankgeschäft könnte auch einfach an die VR Bank Metropolregion Nürnberg verschenkt, aber sämtliche Immobilien, Rücklagen und jegliches weitere Vermögen der Genossenschaft behalten werden.  Die VR-Bank Metropolregion Nürnberg würde kostenlos (wie bei der beabsichtigten Verschmelzung) ein Bankgeschäft erhalten, mit dem sie künftig 11 Millionen und mehr pro Jahr verdient. Für die Nutzung der einzelnen Geschäftsstellen könnte eine ordentliche Miete verlangt, und die in den Rücklagen und Fonds vorhandenen 138 Millionen Vermögen in Geschäftsguthaben der Mitglieder umgewandelt werden. Eine Win-Win Situation für die Genossenschaft die bestehen bleibt und für die Mitglieder.
 
Für Vorstände die monatlich so viel Gehalt von der Genossenschaft erhalten das manche Mitglieder oder Vertreter nicht einmal pro Jahr verdienen, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sämtlich Alternativen zur Fusion in allen Einzelheiten aufzubereiten und den Mitgliedern und Vertretern zur Entscheidungsfindung zu präsentieren. Die große Frage ist, warum tun sie das nicht?

Statt dessen ist im Verschmelzungsbericht lapidar zu lesen:
"Prüfung von Alternativen zum vorgeschlagenen Weg
1. Verschmelzung auf eine andere Genossenschaft
Die Vertreter der Genossenschaften haben sehr eingehend geprüft, ob andere Kooperationsformen genutzt werden könnten. Nach Abwägung aller Argumente haben sie sich für die Verschmelzung zu einer Genossenschaft entschieden.. (Anmerkung igenos:: warum wurden die Eigentümer nicht gefragt?) 
Die Vorstände der Genossenschaften sind nach eingehender Beratung und Abwägung der Chancen und Risiken übereinstimmend zu der Auffassung gelangt, dass sich - aufgrund der angrenzenden/teils überschneidenden Geschäftsgebiete, der sich ergänzenden Stärken der Genossenschaften und der zukünftigen Positionierung als eine gemeinsame große Genossenschaft in der Region - eine Fusion der Häuser anbietet. Durch das Zusammengehen der drei Genossenschaften entsteht im Interesse der Mitglieder und Kunden eine starke, leistungsfähige und in der Region verwurzelte Genossenschaft.
2. Sonstige Alternativen
Als sonstige Alternative wäre die Alleinstellung der Genossenschaften denkbar. Dies stellt jedoch keine Alternative dar, weil dadurch die jeweiligen Herausforderungen der Banken in deren heutigen Umfeld nicht gelöst werden könnten."


Die beste Alternative dazu ist jedoch die auf der nächsten Seite beschriebene.  Diese wird mit aller Macht von den kreditgenossenschaftlichen Verbänden bekämpft.  Es ist die beste Alternative zu Gunsten der Mitglieder der VR meine Bank, aber die größte Katastrophe für den Genossenschaftsverband Bayern. Denn durch eine Entscheidung für diese Alternative verliert der Genossenschaftsverband eine absolut lukrative, jährlich ständig automatisch wiederkehrende Einnahmequelle im ersten Drittel des sechsstelligen Bereichs, weil die Pflichtmitgliedschaft entfällt.  Gerade dies sollte jedoch die Mitglieder und Vertreter der VR meine Bank eG  nicht hindern, im Interesse des Erhalts der eigenen Bank vor Ort, und ohne Angst vor schneller Schließung von Zweigstellen, sich darüber kundig zu machen.

Denn genossenschaftlich Handeln hängt nicht von der Rechtsform ab. Genossenschaftlich handeln hängt einzig und allein von Menschen ab. Deshalb ist genossenschaftliches Handeln auch in der Rechtsform AG möglich.  Und es ist der einzige Ausweg, den Strukturplänen von BVR und Genossenschaftsverband und deren Machtspielen und absoluten Willen zur Durchsetzung ihrer Pläne, auf Dauer zu entkommen. 

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